Morphing Lines

© SCHEIN 

vom 25.11. bis 03.12.2016 jeweils um 19 Uhr

Choreografin Nadja Raszewski

Komposition|Percussion: Michael Gould (rechts), Anders Astrand (links)

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

morphing lines

Neueste Tanzproduktion der TanzTangente Berlin im Kunsthaus Dahlem

In ihrer neuen Produktion morphing lines beschäftigt sich die Choreografin Nadja Raszewski mit dem Phänomen der Linie als Abgrenzung, der Grenzüberschreitung und den daraus folgenden Fragen: Wer bestimmt Grenzen, sowohl reale als auch innere und wann überschreiten wir diese mit unserem Handeln? Brauchen wir Grenzen? Was ist ein Mensch bereit zu tun für eine Idee, einen Glauben, eine Überzeugung? Wann wird Handeln zum Wahnsinn?

Das künstlerische Ergebnis dieser Auseinandersetzung ist ein bewegter Hybrid aus Rauminstallation und Tanzperformance.

 

zur Projektidee:

Nadja Raszewski arbeitet seit Jahrzehnten als interdisziplinäre Choreografin mit professionellen Tänzern und Laien im In-und Ausland. Sie hat sich in den vielen Jahren ihres künstlerischen Schaffens zur Expertin in der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Gruppen entwickelt und in diesen Projekten erforscht, wie Kommunikation praktiziert wird, wie sie funktioniert oder misslingt. Das Thema Abgrenzung spielt in ihren Arbeiten eine große Rolle und es geht um die Utopie einer funktionierenden Gemeinschaft:  Welche codes braucht man, welche Verabredungen muss man immer wieder neu treffen? Wie kann man Fremdheit, Klischees, vorgefertigtes Denken überwinden? Wann kann man auf jemanden zugehen, wann muss man sich zurückziehen? In diesem Spannungsfeld entwickelt sie mit den Mitwirkenden ihre Stücke. Es geht um den Flow, den Konflikt, die Haftung, die Reibung, die Beunruhigung.

Für die Produktion morphing lines wird Nadja Raszewski erneut mit dem Komponisten Michael Gould zusammenarbeiten, Professor an der University of Michigan. Die beiden verbindet eine langjährige Freundschaft und intensive Zusammenarbeit. An der Produktion sind außerdem 8 professionelle Tänzer*innen mit verschiedenen tänzerischen Hintergründen beteiligt, das Projekt wird so von zeitgenössischem Tanz, Hip Hop, House und African Dance beeinflusst.

DO IT TOGETHER! MUT MACHEN!
morphing lines ist ein weiteres Beispiel für eine low- bis no-budget Produktion, wie es viele in Berlin gibt. Das Stück in dieser Form auf die Bühne zu bringen, ist nur gelungen, weil es eine Gruppe von Künstler*innen gab, die trotz abgelehnter Förderanträge nicht eingesehen haben, deshalb keine Produktion zu machen. Weil sie sich zu den Themen der Welt künstlerisch äußern möchten. Statt frustriert zu sein, sich abgehängt zu fühlen und deshalb wütend zu werden, sind sie kreativ
geworden. Es wurden unkonventionelle Konzepte entwickelt, Freunde gefragt, diverse Telefonate und Gespräche geführt, Fragen gestellt, das Netzwerk aktiviert. Durch crowdfunding über startnext, viele Spender*innen, unzählige Helfer*innen, einer Kuratorin, die offen und risikofreudig das Kunsthaus zur Verfügung gestellt hat, Musiker und Schauspieler, die auf ihr Honorar verzichtet haben und der tangente company, die immer bereit ist, sich über ihre Grenzen hinaus einzusetzen und zu tanzen, ist es dann schließlich zu diesem Ergebnis gekommen.
Wir möchten an dieser Stelle allen Beteiligten danken und gleichzeitig auch Mut machen, in Gemeinschaft, in Netzwerke zu investieren. Wir glauben daran, dass diese die Oasen unserer Zeit sind. Orte, die immer wichtiger werden, weil dort probiert wird, Kompromisse gefunden werden und an Ideen gemeinsam gearbeitet wird. Wir glauben daran, dass es sich lohnt, sich zu interessieren, zu beobachten, neugierig zu sein, den Humor nicht zu verlieren, sich einzumischen und Dinge DOCH zu machen, obwohl es manchmal fast unmöglich scheint. Wir haben genau das in den letzten Wochen erlebt und möchten das Erlebte gerne teilen und weitergeben. Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Abend mit euch allen.

Das TanzTangente-Team
„bring different people move together“

Veranstaltet von:

TanzTangente
in Zusammenarbeit mit
tangente company, mejeh black
Kunsthaus Dahlem, SuB kultur e.V.,
University of Michigan / Residential College /
School of Music, Theatre & Dance,
Hochschule für Bildende Kunst Dresden, startnext

 

TanzTangente
Tanz · Theater · Kunst · Medien

Ahornstraße 24
12163 Berlin

030 43777864

Bürozeiten: Dienstag bis Freitag 15-18 Uhr

tanztangente.de

Kunsthaus Dahlem

© SCHEIN 

Zum Aufführungsort:

Die Produktion ist eine Kooperation mit dem Kunsthaus Dahlem. Das Ausstellungshaus hat seinen Sitz im Atelier des Bildhauers Arno Breker, einem der meist begünstigten Künstler im NS-Regime. Seit seiner Wiedereröffnung im Sommer 2015 widmet sich das Haus der deutschen Nachkriegs-moderne in Ost und West. Das Kunsthaus Dahlem hat eine wechselvolle Geschichte seit seiner Errichtung von 1939-1942 durchlaufen und ist gezeichnet von den Spuren kontroverser Zeitgeschichte und der künstlerischen Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Phänomenen. Ein idealer Ort also für die Präsentation von morphing lines, das innerhalb bewegter Zeiten von Menschenströmen die Existenz von Grenzlinien hinterfragt. Parallel zu morphing lines sind die aktuelle Dauerausstellung, die temporäre Ausstellung Prolog sowie fünf zeitgenössische Interventionen junger Studierender der Hochschule für bildende Kunst in Dresden zu sehen.

Kunsthaus Dahlem, Käuzchenstieg 8, 14195 Berlin