Die Schneekönigin

© SCHEIN 

vom 20. November 2016 bis zum 22. Februar 2017

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Die Schneekönigin

Pünktlich zu den besinnlichsten Wochen des Jahres, bringt das Wintergarten Varieté – zusammen mit dem Berliner Kinderzirkus CABUWAZI-Springling und den 27. Berliner Märchentagen – in diesem Winter zum 20. Male wieder seine bei Klein und Groß beliebte Familien-Veranstaltungsreihe „Zimt & Zauber“ auf die Bühne. Mit „Die Schneekönigin … und die Suche nach dem kleinen Glück“ werden im zauberhaften Varieté-Ambiente Träume wahr.

 

Interview (Auszug) mit dem Regisseur Fabian Gröger.

Das vollständige Interview erhalten Sie hier als PDF.

 

Klaus Schein: Herr Gröger, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu einer weiteren erfolgreichen Premiere für Sie als Regisseur, hier im Wintergarten Varieté. Wer hatte die Idee, in diesem Jahr die Schneekönigin nach Berlin einzuladen?

Fabian Gröger: Wir hatten dieses Jahr, wie auch in den anderen Jahren, die Kooperation mit den Berliner Märchentagen. Dieses Jahr war das Motto: Heldinnen in Märchen, starke Frauenfiguren. Es gibt ja viele weibliche Märchenfiguren, aber das sind letztlich alles Wesen, die durch Zauberkraft oder durch übermächtige Stärke zum Erfolg kommen. Bei der Schneekönigin ist es aber anders, da gibt es ja die Gerda im Originalmärchen, die wir – wie im Kinofilm – Anna nennen, die begibt sich ganz allein auf den Weg und sucht mit ihren Kräften und ihren eigenen Fähigkeiten nach dem ihrem Freund Kai. Letztlich siegt sie durch die Kraft ihres Herzens und der Liebe und nicht durch irgendwelche Zauberkraft oder irgendwelche göttlichen Fügungen oder so. Das fanden wir spannend, dass jemand menschlich ist und trotzdem richtig was bewegen kann.

 

Anna Lea Feindler: Die Aufführung ist nicht nur Theater, Gesang und Musik, sondern enthält auch viele artistische Elemente.

Fabian Gröger: Das ist auch das Motto des Wintergartens, es ist ja ein Varieté, wo Artistik und Zirkuskunst gezeigt wird, und Varieté ist die Kunstform, die alles integriert, Tanz, Artistik oder Gesang, Pantomime und Puppenspiel, alles findet ja hier statt.

 

Anna Lea Feindler: Welche Werte versucht die Geschichte der Schneekönigin zu vermitteln?

Fabian Gröger: Dass man für einen Freund oder eine Freundin wirklich immer und zu jeder Zeit einsteht und da ist, und auch wenn er oder sie mal in Not ist und unterstützt, so gut man kann. Selbst wenn es die eigenen Kräfte überfordert. Freundschaft steht über allem und Freundschaft kann Berge versetzen, kann sogar das Herz einer Schneekönigin erweichen. Wir möchten Gemeinschaft als bestätigendes Element in der Show zeigen.

 

Klaus Schein: Die Hauptzielgruppe der Reihe „Zimt und Zauber“ sind Kinder und deren Eltern. Wie haben sie es geschafft diese Story so punktgenau auf die Familie zuzuschneiden?

Fabian Gröger: Zimt und Zauber hat ja schon eine lange Tradition, dieses Jahr schon zum 20. Mal. Wir sehen, dass die Kinder, die früher, in den ersten Jahren, in den 90ern, bei Zimt und Zauber als Kind hier gewesen sind, jetzt eine eigene Familie haben und mit ihren Kindern wieder herkommen. Zimt und Zauber ist eine der fünf großen Weihnachtsshows in Berlin und Weihnachten ist ein Familienfest, auch schon an den Adventssonntagen in der Vorweihnachtszeit. Ich glaube in der jetzigen hektischen Welt, in der vieles nur digital ist und wenig greifbar, ist Familie ein guter Rückhalt, eine gute Stütze. Der Wintergarten Berlin lädt dazu ein, gemeinsam was zu erleben, gemeinsam einen Ausflug zu machen, gemeinsam ins Theater zu gehen – sich eben Familienzeit zu schenken. Und wie gesagt, das Thema „Märchen“ zurück in die Herzen der Menschen zu bringen, Geschichten zu erzählen, ist auf jeden Fall ein Familienereignis. Geschichten zu erleben, in denen Kinder und Erwachsene mitspielen, in denen Kinder für Kinder spielen, das ist das, wo jeder was mitnimmt. Selbst die kleinsten Kinder, die dann einfach die farbenfrohe Inszenierung sehen und vielleicht auch noch nicht alle Witze in der Show verstehen, genießen die Geschichte. Für alle Altersgruppen ist etwas Spannendes dabei.

 

Anna Lea Feindler: Wie war Ihre Regiearbeit mit den Schauspielern?

Fabian Gröger: Das Stück haben wir mit den Schauspielern und Sängern für die Aufführungsversion gemeinsam erarbeitet. Einige sind dieses Jahr noch sehr jung, gerade erst Schulabsolventen und haben gerade erst ihre Ausbildung zum Schauspieler oder Musicaldarsteller begonnen. So war es für viele auch das erste Mal, dass sie ein Engagement als Darsteller an einem Theater hatten. Jeder Beteiligte konnte in den Proben seine Vorschläge einbringen und sagen, welche Ideen er oder sie hat und dann probieren aus, ob es funktioniert, für das, was wir inhaltlich erzählen wollen.

 

Anna Lea Feindler: Also war das eine richtige Zusammenarbeit.

Fabian Gröger: Ja das ist es, wie ich das regielich angehe. Es gibt auch Regisseure, die sich vorher einen ganz harten Plan machen, wo dann kaum eine Abweichung bei den Proben möglich wird. Ich bin kein Regiediktator, sondern ich mach das mit den Schauspielern gemeinsam. Wir denken darüber nach, wie die Figuren im Leben des Stücks zusammenfinden, über deren Vorgeschichte und über deren Zukunft. Viele Köpfe denken besser als einer und vor allem ist es schön, dass die Darsteller sich persönlich einbringen können.

 

Klaus Schein: Und diese Lebendigkeit, die kann man als Zuschauer spüren. Wie hat das Konzept des Wintergartens zu Ihrem Konzept gepasst, oder war es eher umgekehrt: haben Sie diese vielen Möglichkeiten, die es im Wintergarten Varieté gibt, als Basis für Ihre Inszenierung genutzt?

Fabian Gröger: Zunächst kann man sagen, wir kennen den Wintergarten ja schon sehr, sehr lange. Es ist eine sehr vertrauensvolle und auch gewohnte Zusammenarbeit mittlerweile, so dass jeder weiß, was der andere macht und kann und wie es zusammenkommt. Klar, die Bühne vom Wintergarten ist toll, sie ist groß, hat tolle Technik, effektvolle Scheinwerfer, ein gutes Soundsystem – da haben wir optimale Bedingungen.

 

Klaus Schein: In welchem Bereich sind Sie außerhalb der Zeit im Wintergarten tätig, wenn nicht gerade eine Schneekönigin auf Sie wartet und Sie die Regie führen?

Fabian Gröger: Dann kümmere ich mich um den normalen Betrieb unserer Kinderzirkus-Einrichtung „CABUWAZI“ in Marzahn, bin aber auch als Akrobatik-Trainer für das junge Ensemble im Friedrichstadt-Palast aktiv und spiele selber ab und an noch an der Komischen Oper in kleinen Rollen. Momentan bereiten wir bei „CABUWAZI“ gerade ein internationales Kinder- und Jugend-Zirkusfestival vor, was auf der IGA, der internationalen Gartenausstellung 2017, dann mit 120 Gästen aus der ganzen Welt, stattfinden wird.

 

Herr Gröger, wir bedanken uns für das Interview und wünschen Ihnen und dem Ensemble weiterhin viel Spaß und Erfolg und den Zuschauern des Wintergartens vor- und nachweihnachtliche Momente für die ganze Familie.

 

 

 

Interview (Auszug) mit dem Buchautor und Komponisten Bijan Azadian.

Das vollständige Interview erhalten Sie hier als PDF.

 

Klaus Schein: Herr Bijan Azadian, Sie haben das Buch für die aktuelle Inszenierung der Schneekönigin geschrieben und damit den Erfolgsfilm für die Varieté-Bühne des Wintergartens transformiert. Wie können wir uns den Entwicklungsprozess vorstellen?

Bijan Azadian: Ausgehend von der Begeisterung meiner Kinder für den Disney-Film Eiskönigin hatte ich Lust, mal ein Bühnenstück zu schreiben, dass im Winter spielt.
Und so bin ich auf das 1844 geschriebene Märchen von Hans Christian Andersen DIE SCHNEEKÖNIGIN gestoßen an dem der Disney Film angelehnt war. Der Regisseur Fabian Gröger war im ersten Gespräch auch gleich sehr begeistert von der Idee und wir wollten das beide UNBEDINGT auf die Beine stellen.

Das Original-Märchen von Andersen ist natürlich wesentlich komplexer und ich wollte mich bewusst eher auf die Ursprungsversion konzentrieren. Die einzige Ausnahme bildet die Gehilfin von Anna, in unserer Version Olivia, die Schneedame, die wurde etwas inspiriert von Olaf im Disney-Film.

 

Klaus Schein: Was waren die Herausforderungen?

Bijan Azadian: Das Märchen von Hans Christian Andersen ist ein Kunstmärchen, sehr komplex, sehr lang und hat viele Stationen. Wir wollten aber auf max. 70 Minuten kommen. (Ohne Applausmusik sind wir bei 68 Minuten gelandet, Aufgabe erfüllt). Ich musste also erst entscheiden, was lassen wir weg aus der ursprünglichen Geschichte. Die ganze Anfangssequenz mit dem Teufel und dem Spiegel fand ich eh zu düster, deshalb habe ich diese gestrichen. Sowie einige andere Stationen.

 

Klaus Schein: Im Gegensatz zum Motto der Reihe „Zimt und Zauber“ gelingt der Protagonistin ein Happy End völlig ohne Magie. Mit welchen „natürlichen“ Mitteln gelingt es ihr, ihren Freund aus der Eisigkeit der Schneekönigin zu befreien?

Bijan Azadian: Anna hat ein großes Herz, ist selbstlos und besitzt viel Liebe für andere Menschen und Wesen. Sie findet deshalb auch überall schnell Freunde bzw. Menschen, Tiere oder eben eine Schneedame, die ihr aufopferungsvoll helfen. Die Schneekönigin ist auch eigentlich gar nicht so böse. Sondern nur einsam und verzweifelt. Ich meine, wer 5 Milliarde Jahre alleine am Nordpol lebt und die Welt mit Winter überzieht, der trägt gehörige Frustration in sich. Aber letztendlich, wie so oft auch in unserem Leben, ist das Glück der Schneekönigin vor ihrer Nase.

 

Klaus Schein: Neben dem Buch haben Sie auch die Musik, inkl. der Songtexte und den Acrobatics geschrieben.

Bijan Azadian: Für mich gehören Buch und Liedtexte schreiben ganz eng zusammen. Da die Liedtexte entweder die Handlung voranbringen oder etwas über die Figuren erzählen. Da ich auch Komponist bin, vertone ich dann natürlich auch sehr gerne meine eigenen Texte. Manchmal entstehen Text und Melodie auch parallel.

 

Klaus Schein: Die Zuschauer erleben nicht nur Schauspieler und singende Darsteller, sondern auch Artisten vom Kinderzirkus CABUWAZI-Springling. Wie gut vertragen sich Theater, Musical und Acrobatical?

Bijan Azadian: Meiner Meinung nach sehr gut. Allerdings muss man die Artistik gut einbinden. Und manchmal bremst dadurch etwas die Geschichte ab. Aber das tut auch gut. So kann man das bisher gesehene mal verdauen und sich einfach von der Artistik entführen lassen und sich visuell begeistern lassen. Das ist ja dann weniger was für die Ohren, sondern eher was zum gucken.

 

Klaus Schein Warum sollten Eltern mit ihren Kindern nicht nur zum x-ten Mal den Film anschauen, sondern auch zum 1. Mal die Schneekönigin auf der Bühne live erleben?

Bijan Azadian: Weil in unserem Stück sich viele Künste vereinen. Gesang, Tanz, Akrobatik, Kostüme, Bühnenbild…außerdem alles begleitet von einer 5-köpfigen Liveband. Theater ist immer real, zum Anfassen und trotzdem wird man von seinem Alltag entführt und kann staunen, wundern, Lachen etc.. Film/Kino bleibt auf eine Art und Weise immer unerreichbar aber auch immer gleich. Musiktheater ist jede Vorstellung ein EINMAL ERLEBNIS. Jede Vorstellung ist anders, jede Vorstellung hat ein anderes Tempo… (hüstel) und bei einigen Vorstellungen kann auch mal was schiefgehen. Trotzdem bleibt jede Vorstellung etwas einmal Erlebtes und ist so nicht 1:1 beim nächsten Mal reproduzierbar.

Herr Bijan Azadian, wir bedanken uns herzlich für das Interview.

 

Tickets

Wintergarten Varieté
Potsdamer Str. 96
10785 Berlin

Ticket-Hotline:
+49 (030) 588 433

Öffungszeiten im Dezember:
Mo, Mi. - Sa. 20.00 Uhr, So. 18.00 Uhr

Mo. + Di. spielfrei oder SPOTLIGHTS

www.wintergarten-berlin.de/

Kinderzirkus CABUWAZI-Springling

 

Berliner Kinderzirkus CABUWAZI-Springling

 

Wo wohnt eigentlich das Nordlicht und gibt es die Schneekönigin wirklich?

 

Kommt mit und unternehmt eine abenteuerliche Reise, in der Anna versucht, ihren Freund Kai aus dem Eisschloss der Schneekönigin zu befreien, wo er gefangen gehalten wird. Anna muss durch die Welt reisen und dabei viele Hindernisse überwinden, um den richtigen Weg zum Eisschloss am kalten Nordpol zu finden. Dabei muss sie schwierige Aufgaben lösen, wird in die Irre geführt und lernt aber auch Wesen kennen, die ihr helfen – wie z.B. die kleine Schneefrau Olivia, die Anna auf ihrer Reise begleitet.

 

Songs mit Ohrwurmgarantie, eine packende Geschichte, magische Momente und – wie jedes Jahr – über 30 Nachwuchsartisten vom Kinderzirkus CABUWAZI-Springling machen diese Varieté-Show zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie.

Bestaunt Akrobaten, die sich selbst übereinander in die Höhe stapeln, Balancen auf Eiskugeln, atemberaubende Luftartistik und rollende Riesenräder live auf der Bühne.

Eine Wintershow der besonderen Art!

Willkommen am Nordpol und hereinspaziert ins glitzernde Eisschloss der Schneekönigin